Thomas Ney spielt Kabarett im T.NT
Begegnungen mit Hüsch
oc Lüneburg. Einmal posierte Thomas Ney
unter dem T.NT-Schild am Theater Lüneburg: Als Thomas-Ney-Theater ließ
sich das Kürzel also verstehen, das eigentlich für Treffpunkt Neues
Theater steht und zugleich ein Gedankenspiel zum explosiven
Trinitrotoluol, kurz TNT, anregt. Jetzt aber könnte das Kürzel für
"Thomas Ney teurer" stehen, befürchtet der Schauspieler, denn auf dem
Spielzeitkalender steht im Programm seiner Produktion "Mein Hüsch" ein
drei Euro zu teurer Preis.
Na, das wäre für Hanns Dieter Hüsch (1925-2005)
vielleicht ein Fundstück, aus dem er eine poetisch sprudelndes Stück
Kabarett hätte bauen mögen. Hüsch, der große Mann des literarischen
Kabaretts, ist für Thomas Ney eine Art Berater und väterlicher Freund
gewesen. "Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich: Jau, so was
willste auch mal machen." Mit über 53 Jahren auf deutschsprachigen
Kabarettbühnen und 70 Programmen gilt Huesch als einer der
produktivsten sowie erfolgreichsten Vertreter des literarischen
Kabaretts in Deutschland. Er war zudem ab 1999 Schirmherr des
Kabarettpreises "Das Schwarze Schaf".
Ney, der dann Schauspieler wurde statt Kabarettist,
bekam später Rat von dem Mann aus Moers, spielte vor ihm, engagierte
ihn. Sie haben auch einmal eine lange Nacht beim Wein verbracht - in
Esslingen, wohin Hüsch zu einem Auftritt reiste, der für einen ganz
anderen Tag gebucht war. Der Kontakt riss erst ab, als Ney sich in
Lüneburg niederließ.
"Mein Hüsch" ist also auch immer ein bisschen
Thomas Ney. "Ich habe Texte ausgesucht, die mir begegnet sind. Aber ich
werde keine Hüsch-Imitation abliefern. Ich orientiere mich etwas an
Hüschs Figur Hagenbuch, werde wohl als leicht verschrobener
Landstreichertyp auftreten." Mit dabei sein wird auch die typische
einmanualige Hüsch-Orgel. Ney hat ein 30 Jahre altes Exemplar ergattert.
Premiere für die Geschichten, Gedichte und Chansons
unter dem Titel "Mein Hüsch" ist am Sonnabend, 24. Oktober, um 20 Uhr
im T.NT. Thomas Ney, der im Sommer vier Monate in Jagsthausen spielte,
wird in dieser Spielzeit auch in anderen Produktionen des Lüneburger
Theaters zu sehen sein, zum Beispiel im Jugendstück "Die Welle".
Landeszeitung vom 9. Oktober 2009


